Immobilien
Immobilien in Finnland – … haben einige Besonderheiten
Wer etwas über Immobilien in Finnland wissen möchte, mag sich Adressdaten dieser Immobilien ansehen. Im ganzen Land sind Adressen vom Typ „SUVANTOKATU 12 C 4" geläufig. Diese Form lässt auf ein mehrgeschossiges Wohngebäude schließen. Das Gebäude in diesem Beispiel hat die Hausnummer 12 in der Straße SUVANTOKATU. Der Buchstabe „C" gibt den Eingang bzw. das Treppenhaus (RAPPU) an. In diesem Fall gibt es davon mindestens drei, nämlich A, B und C. Die Wohnungsnummer ist die „4".
An der Eingangstür solcher Immobilien - die höchstwahrscheinlich in Elementbauweise erstellt wurden - sucht der Besucher oft vergeblich nach einer Klingel, selbst dort, wo die Eingangstüren auch tagsüber sorgsam verschlossen bleiben. Wohl fällt der Blick durch die Glastüre auf eine Tafel, auf der fein-säuberlich alle Bewohner nach Stockwerken und Wohnungsnummern aufgelistet sind. Doch was hilft das, wenn einem der Zugang zum Inneren der Immobilien verwehrt ist? Früher blieb dem Gast in Finnland nichts anderes übrig, als seinen Besuch sehr genau vorab anzukündigen: Anderenfalls stand man vor verschlossener Tür, bis endlich zufällig ein Bewohner kam oder ging. Heute, mit dem Handy in der Tasche, ist es ein Leichtes, den „Ich-bin-schon-da-Anruf" vor der Eingangstür solcher Immobilien zu tätigen. Die Eingangstür öffnet sich in Finnland wie die Wohnungstür stets nach außen. Das funktioniert wie bei öffentlichen Gebäuden, wo es beim Betreten VEDÄ (ziehen) heißt und beim Verlassen TYÖNNÄ (drücken). Vom Treppenhaus aus, betreten Sie die Wohnung, indem Sie die klinkenlose Tür zu sich ziehen. Das geht natürlich nur, wenn Sie den Schlüssel ins Schloss gesteckt haben oder wenn Ihnen die Tür von innen aufgemacht wurde. Oft betreten Sie Immobilien in Finnland durch eine Doppeltüre: Unmittelbar hinter der Schwelle öffnet sich dann eine zweite Tür. Diese zweite Tür dient in Finnland dem Lärm- und Wärmeschutz und entspricht dem Windfang, der im Einfamilienhaus Kälte und Regen draußen hält.
Größe und Standard von Wohnungen in finnischen Immobilien
Die Größe von Wohnungen in Finnland ist abhängig vom jeweiligen Baujahr und mit deutschen Wohnungen vergleichbar. Die Küche ist funktionell und geht meistens offen über in einen Ess-Bereich. Die Einbauküche, die zur Wohnungsausstattung gehört, verfügt übrigens über eine geniale Erfindung: Über der Spüle befindet sich ein Oberschrank mit Gittern und Gestellen statt mit Fachböden. In diesen Trockenschrank wird in Immobilien in Finnland das tropfnasse Geschirr hineingestellt: fertig. Lange bevor Spülmaschinen den Einzug in finnische Immobilien hielten, war dadurch in Finnland zumindest das lästige Abtrocknen unnötig. Neben einer Einbauküche haben Wohnungen in Finnland meist Einbauschränke in den Schlafzimmern, sehr oft auch einen begehbaren Kleiderschrank, der im Grundriss mit VH oder VK bezeichnet (VAATEHUONE bzw. VAATEKOMERO) wird.
Sauna als Immobilien-Standard-Ausstattung
Zur Ausstattung von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern in Finnland gehört eine Sauna - ob im Keller oder neben dem Badezimmer, ob mit Holzofen oder elektrischem Ofen ist weitgehend eine Frage des Baujahres. In Wohnungen neuerer Immobilien für mehrere Familien frönt man dem Saunabad in der Regel innerhalb seiner eigenen vier Wände: vom Badezimmer geht es direkt in die Sauna. Vor und nach dem Schwitzen wird geduscht; eine Badewanne ist daher eher selten. Die Dusche ist in Finnland zweckmäßig wie in einem Schwimmbad. Auf ein Duschbecken wird verzichtet; im Duschbereich neigt sich der Boden leicht zum Abfluss. So gibt es keine Stolperfalle, allerdings wird das Badezimmer in finnischen Immobilien beim Duschen schnell einmal ganzflächig geflutet. Ein kleiner zusätzlicher Schlauch mit Armatur macht aus der Toilette ein Bidet: Voilà! Finnische Immobilien bieten oftmals eine perfekte Badekultur auf wenigen Quadratmetern und das selbst im kleinsten Einzimmerapartment. In älteren Mehrfamilienhäusern befindet sich meist eine Gemeinschaftssauna, die die Bewohner des Hauses zu einem bestimmten Termin wöchentlich für sich reservieren können.
Das typische Eigenheim in Finnland
Architekturfreunde pilgern im Sommer gerne zu ASUNTOMESSU, der großen Hausmesse, die alljährlich an wechselnden Orten stattfindet. In erster Linie können hier moderne Eigenheime besichtigt werden sowie neueste Immobilien-Trends. Die Ausstellungen sind höchst vielfältig und präsentieren die ganze Bandbreite des individuellen Privatbaus. Die Wirklichkeit bietet jedoch ein einheitlicheres Bild der Immobilien im ganzen Land. Das typische Eigenheim in Finnland ist ein Fertighaus aus Holz mit bunt gestrichener oder verklinkerter Fassade. Auf dem Land stehen in Finnland meist freistehende eingeschossige Immobilien - Platz ist genug! In stadtnahen Lagen rückt man enger zusammen: In neuen Siedlungen entstehen oft zweigeschossige Doppel- oder Reihenhaus-Immobilien. Die Grundrisse der Immobilien sind in Finnland zweckmäßig und haben meist reichlich Abstellraum oder zum Beispiel eine Nebenküche (APUKEITTIÖ), dafür fehlt ein Keller. Die Garage bietet Platz für ein Auto, Fahrräder und sonstige Freizeitfortbewegungsmittel. Zum Carport oder Autostellplatz gehört ein Anschluss für den Motorwärmer.
Der Wohnungsmarkt in Finnland
Eine allgemeine Aussage über den finnischen Wohnungsmarkt zu treffen, ist nicht möglich - zu verschieden sind die Bedingungen und Immobilien am jeweiligen Ort. Fest steht: In den Wachstumszentren, allen voran im Großraum Helsinki, ist es alles andere als einfach, eine geeignete Wohnung zu finden. Insbesondere Mietwohnungen in passenden Immobilien sind hier knapp und teuer. Anders kann es in ländlichen Kommunen in Finnland aussehen. In gut der Hälfte aller finnischen Gemeinden nahm im Jahr 2007 die Bevölkerungszahl ab. Das ließ mancherorts durchaus auch ein Überangebot an Wohn-Immobilien entstehen. Das Zentralamt für Statistik in Finnland hat für freifinanzierte Mietwohnungen in der Hauptstadtregion einen mittleren Quadratmeterpreis von 11,60 Euro (2007) ermittelt; eingeschlossen in diesen Preis waren Wasser- und Heizkosten. Im übrigen Land lag dieser Wert bei 8,47 Euro und im Landesdurchschnitt von Finnland ergaben sich 9,35 Euro. Für den staatlich geförderten Wohnungsbau - so genannte ARAVA- oder kurz ARA-Wohnungen, die meist im Besitz von Gemeinden oder gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften sind - lagen die Werte bei 8,88 Euro für Helsinki, bei 7,62 Euro für das übrige Finnland und bei 7,96 Euro im Landesdurchschnitt. Diese Immobilien-Mietpreise sind statistisch ermittelte Durchschnittswerte. Gehen Sie aber davon aus, dass Sie im konkreten Fall mit abweichenden Mietpreisen für Immobilien konfrontiert werden. Ein Quadratmeterpreis von 20 Euro ist für eine Einzimmerwohnung in Helsinki durchaus üblich. Die Steigerungsrate betrug hier im Jahr 2007 über 9 Prozent.
Kaufpreise für Immobilien in Finnland
Rund zwei Drittel der Finnen leben nicht zur Miete, sondern in Eigentumswohnungen oder Eigenheimen. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, können sich auch Zuwanderer in Finnland in dieser Hinsicht ganz und gar finnisch verhalten. Ausländer dürfen inzwischen uneingeschränkt Grundeigentum kaufen. Das teuerste Pflaster für Wohneigentum ist Helsinki: Das Zentralamt für Statistik hat für die Hauptstadt einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von ca. 3.400 Euro bei Altbau-Immobilien im Jahr 2007 ermittelt. Damit liegt Helsinki weit vor den Nachbargemeinden Espoo, Kauniainen und Vantaa, wo sich der Quadratmeterpreis für Altbauwohnungen zwischen 2.100 und 2.500 Euro bewegt. Zwischen 1.500 und 2.000 Euro kostet der Quadratmeter Wohnfläche in den Städten Vaasa, Lappeenranta, Mikkeli, Hämeenlinna, Jyväskylä, Turku, Kuopio und Joensuu. Mit 1.100 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter kann man in Kouvola, Pori, Rauma, Kotka, Rovaniemi, Lahti und Oulu am günstigsten in eigenen Immobilien wohnen. Die Städte von Finnland sind hier jeweils in preislich steigender Reihenfolge aufgeführt (nach statistischen Angaben für 2007).
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