Business in Finnland

Die Wirtschaft in Finnland hat rasante Entwicklungen mitgemacht. Kun Suomi putos puusta sang Ismo Alanko 1990. „Als Finnland vom Baum fiel" lautete die Übersetzung. Das Lied beschreibt humorvoll den Wandel, der sich in rasantem Tempo in der Geschichte finnischer Wirtschaft vollzogen hat. Es entstand in einer Zeit, in der Finnland in die tiefste Krise der Wirtschaft (LAMA) seit Kriegsende abgesunken war. Innerhalb weniger Jahre verloren eine halbe Million Menschen ihren Arbeitsplatz. Dank einer Rosskur hat das Finnland heute be­schäftigungs­politisch wieder den Stand vor LAMA erreicht und den Sprung in die Informationsgesellschaft geschafft.  

 

Grünes Gold, Handys und weitere Gewinnbringer

Wichtigster Rohstoff der Wirtschaft in Finnland ist der Wald - das „grüne Gold". Längst wurde der Forstsektor in Finnlands Wirtschaft zum Holzcluster erweitert, in dem neben der Holz-, Zellstoff-, Papier- und Kartonherstellung auch Maschi­nen- und Anlagenbau sowie Chemieprodukte für die Forstindustrie und Lehre und Forschung zusammengefasst sind. Noch stärker als diese Branche sind in Finnlands Wirtschaft Maschinenbau und Metallindustrie entwickelt. Hier entstehen viele Arbeitsplätze. Die größte Wertschöpfung in der finnischen Wirtschaft erbringt die IT/Elektronikbranche, die eng mit dem Namen „Nokia" verbunden ist. Der weltweit bekannte Hersteller von mobilen Telefongeräten ist aus einem Mischkonzern hervorgegangen, der in Finnland vor allem für die Herstellung von Gummistiefeln und Fahrradreifen bekannt war. Seinen Siegeszug in der globalen Wirtschaft begann Nokia Ende der 80er Jahre, als das erste Handy auf den Markt kam. Liegt Nokias Marktanteil bei den Handys bereits bei rund vierzig Prozent, so ist die Marktdominanz für die hoch­preisigen Smartphones mit vollwertigen Computerfunktionen noch ausgeprägter. Mit Nokia als Galionsfigur hat sich Finnland inner­halb von zwanzig Jahren zu einem Vorreiter für Spitzen­techno­logien entwickelt.

 

Schwarzes Gold, Schiffsbau und der Tourismus

Weltweit anerkannt ist „Made in Finland" auch beim Bau von Eis­brechern, Kreuzfahrtschiffen der Luxusklasse sowie Ölförder­platt­formen. Aber auch der Tourismus spielt in der Wirtschaft in Finnland eine wichtige Rolle. Im Jahr 2006 verzeichneten die Beherbergungsbetriebe in Finnland über 14.5 Millionen Übernachtungen und damit einen Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gut ein Viertel der Übernachtungen entfielen auf die Provinz Uusimaa mit der Region Helsinki, auf die sich der finnische Städtetourismus konzentriert. Die bevölkerungsarme Provinz Lappland kam auf gut 1,5 Millionen Übernachtungen. Für die Wirtschaft der strukturschwachen Region bietet der Tourismus heute eine bedeutende Perspektive. Die meisten Gäste kommen in den Wintermonaten und besuchen eins der dreizehn Wintersportzentren wie Ruka, Levi oder Ylläs. In den anderen ländlichen Gegenden konzentriert sich der Tourismus dagegen auf den Sommer und hat seine Spitze im Juli, wenn Gäste aus dem In- und Ausland ihren Urlaub in einem Sommerhaus an einem der Tausenden Seen Finnlands verbringen. Rund ein Viertel der Gäste besuchen Finnland aus dem Ausland. Die größte Gruppe machten 2006 mit knapp 600.000 Übernachtungen erstmals Gäste aus Russland aus. Gefolgt werden sie von den Touristen aus Schweden, Deutschland und Großbritannien.


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